

Essen
können wir unterwegs nicht viel kaufen. Gegen Mittag kommen wir
wieder
ins Tal des Rio Paine, das ganze Tal blüht weiß, soviel
Magarithen
stehen hier. Bei der Mittagsrast am
Campamento
Peron quatschen wir ein wenig mit einem australischen
Pärchen,
die wir noch die ganze Woche immer wieder sehen werden. Das ist recht
lustig,
es gehen immer die gleichen Leute mit uns die Etappen, mal geht die
eine
Gruppe vor uns, mal gehen wir vor Ihnen. In den Pausen und am Abend
sitzen
wir oft zusammen und quatschen noch ein wenig. Hinter dem Campamento
steigt
dann der Weg bald steil bergan und wir sind das erste Mal gefordert,
dafür
entschädigt ein schöner Blick über das Flußtal.
Ich
bin noch nicht richtig eingelaufen und quäle mich etwas über
den Nachmittag. So bin ich froh als wir das Campamento Coiron
erreichen,
das keinerlei Komfort bietet, außer einem Fluß der uns mit
Wasser versorgt. Zudem sind auch die Mücken heute Abend etwas
penetrant.
So geht es dann nach Kochen und Füße waschen auch zum Lesen
ins Zelt.
Der nächste Morgen weckt uns mit Regen und so bleiben wir
noch
etwas länger liegen. Der erste Teil der heutigen Strecke ist
ziemlich
leicht zu laufen, aufgrund des Regens allerdings ziemlich feucht,
sodaß
wir trotz Goretex-Stiefel nasse Füße bekommen (Allerdings
sind
meine Stiefel wohl auch nicht mehr ganz dicht.). Nach 3 Stunden kommen
wir bei nunmehr Sonne an der Albergue Dickson an. Nun ist erstmal
trocknen
der ganzen nassen Sachen angesagt und eine kräftige Brotzeit. Wir
kommen auch wieder ein wenig ins
Quatschen
und so dehnt sich unsere Mittagspause auf gut 2 Stunden. Für den
Nachmittag
haben wir noch den Aufstieg zum Campamento Los Perros vor, das direkt
am
Gletscher liegt. Der Weg zieht sich durch einen Bruchwald immer
bergauf.
Von einem Weg kann man bald kaum noch sprechen, wir klettern über
einen Baumstamm nach dem anderen. Das schafft ganz gut und wir haben
schon
über 3 Stunden hinter uns und der Gletscher ist immer noch nicht
in
Sicht. Eine Hängebrücke kündigt das Ende des Waldes an
und
über tosendes Gletscherwassser
gelangen wir auf die andere Seite. Nun liegt nur noch das
Geröllfeld
vor uns, das wir ohne rechten Weg erklimmen müssen. Langsam lassen
die Kräfte nach. Hauke hat glücklicherweise noch einen blick
für die Gletscherlagune übrig, die ich fast links liegen
gelassen
hätte. Um 19:00, nach fast 10 Stunden Wandern heute erreichen wir
das Campamento. Nun noch schnell das Zelt aufstellen und kochen. Zum
essen
müssen wir schon ins Zelt kriechen, so kalt ist es hier oben,
sonst
hätten wir mit Handschuhen essen müssen. Später reden
wir
noch ein bisschen mit ein paar Argentiniern, die wir auch noch den
ganzen
Rest der Woche immer wieder treffen sollten. Ein Gaucho bringt noch
zwei
Säcke Lebensmittel in die Hütte. Doch heute sind wir so
müde,
das wir bald ins unsere Schlafsäcke kriechen und in einen tiefen
Schlaf
fallen.
Eine kalte Nacht haben wir hinter uns. So kommen wir erst um 10:00 Uhr los, heute soll es über den Paß (knapp 1200m hoch) zum Gletscher Grey gehen. Die beiden Australier und die Argentinier gehen immer mal vor, mal hinter uns. Zunächst ist es wieder ganz schön feucht, nach dem Regen gestern ist der Weg ein einziger Bach und wir müssen uns raktisch durch ein Moor bergauf kämpfen. Besser wird das Terrain erst, als wir den Rio Paso überquert, bzw. durchwatet haben. Nun geht es über Steinfelder steiler bergauf. Doch wir haben Glück mit dem Wetter, es ist zwar kein strahlender Sonnenschein, doch die Sicht ist nicht schlecht, was hier beileibe nicht immer der Fall ist, wie wir später von anderen hören. Mittags kommen wir auf dem Höhepunkt des Passes an und haben ein tollen Blick auf den Gletscher Grey, der sich vor uns ausbreitet. Mit diesem tollen Blick genießen wir zusammen mit unseren argentinischen Freunden die Mittagspause. Sie sprechen etwas Englisch und so können wir uns unter Zuhilfenahme der Füße und Hände ganz gut verständlich machen.


verbleites Benzin verkauft. Da ich auch nicht mehr so fit bin, fackel
ich
fast den ganzen Kocher ab, aber glücklicherweise verlieren wir nur
den Hitzreflektor und keine Menschenleben. Nach einer gründlichen
Reinigung, schaffen wir es auch noch, etwas zu Essen zu kochen. Nach
dem
Essen fängt es an zu regnen und so kriechen wir erschöpft
schon
um kurz nach Acht in die Schlafsäcke. Ich lese noch ein
bißchen
in Bruce Chatwins Reisebeschreibung "Patagonien", bevor auch ich die
Augen
schließe.
Am heutigen Tag steht uns nur eine kurze Etappe bis zum Camping
Grey
an der Gletscherlagune des Grey-Gletschers bevor. Da es regnet, kommen
wir nur mühsam aus den Schlafsäcken und so sind wir fast die
letzten die heute Morgen aufbrechen. Unser australisches Pärchen
holen
wir schon bald ein.
Heute
gibt es immer wieder tolle Aussichten auf den Gletscher. Immer wieder
müssen
wir kleinere Schluchten mit Bächen durchqueren. Eine Leiter
erleichtert
einmal den Aufstieg. Dann geht es wieder in den Wald. Plötzlich
fallen
Holzspäne auf meine Kopf und ich schaue nach oben, wo ein
Spechtpärchen
sich an einem Baum zu schaffen macht. Fast eine halbe Stunde beobachten
wir die Beiden und schauen ihnen bei der Arbeit zu. Dann geht es weiter
hinunter zum Lago Grey. Im Lago schwimmen Mini-Eisberge des Gletschers
und so ist die Dusche mit dem kalten Seewasser ein eisiges
Vergnügen.
Aber wir fühlen uns wieder sauber hinterher. Dann bringt auch noch
ein Gaucho mit dem Pferd neue Lebensmittel und auch frisches Brot. So
sitzen
wir dann hinterher mit Ian, dem Schotten gemütlich beim Abendessen
zusammen und erzählen unsere Erlebnisse.

Nachts wird das Wetter immer schlechter und die nächste
Etappe
vom Lago Grey bis zum Campamento Italiano zählt so nicht gerade zu
den Höhepunkten. Wenigstend können wir in einer kurzen
Regenpause
das Zelt abbauen. Aber schon wenige Meter nach dem Start beginnt es
wieder
zu schütten. Der Rucksack drückt auch wieder ziemlich
kräftig,
merkwürdig so langsam wird das Essen doch weniger. Mittags am
Refugio
Pehoe kauern wir uns unter einen Dachvorsprung, um wenigstens trocken
etwas
essen zu können. Wir kaufen noch ein paar Kekse und dann geht es
weiter,
der Weg führt jetzt leicht hügelig oberhalb des Lago
Nordenskjöld
vorbei. Unsere Argentinier sind den ganzen Tag kurz vor oder hinter
uns.
Und obwohl meine Motivation imer mehr sinkt kommen wir irgendwann am
Campamento
Italiano an und dann hört es auch wieder auf zu regnen. Wir bauen
unser Zelt in dem kleinen Wäldchen auf und nachts wird es wieder
saukalt.
Eine lange Nacht schlafreiche Nacht schafft wieder Kraft und so steigen
wir frohen Mutes bei leichtem Schnee- und Graupelschauer
auf
in das Valles del Frances. Die Sicht ist sehr wechselhaft, aber wie
immer
haben wir auch wieder ein bisschen Glück und so sind die mit
zuckerweißer
Schneehaube bedeckten Gipfel immer wieder zu sehen. Es ist Sommer in
Patagonien!
Nach gut 2 Stunden sind wir im oberen Tal angekommen und der Weg wird
wieder
sehr morastig. So kehre ich um und lasse Hauke alleine weiterlaufen.
Mir
tut ein nicht so anstrengender Tag ganz gut. Beim Abstieg treffe ich
Ian,
den Schotten, wieder, er ist heute früh vom Pehoe hier her und
findet
es auch saukalt. Unten im Campamento angekommen schaue ich auf meinen
Fahrradtacho,
der mir 8 Grad Celsius anzeigt. Danach ist mal wieder unser Kocher
dran,
der das verbleite Benzin, das man uns angedreht hat, überhaupt
nicht
mag. Eine gründliche Reinigung sorgt dafür, daß wir
abends
wieder etwas schönes Warmes zu Essen bekommen.
Am nächsten Morgen ist es wieder ziemlich zugezogen. Nach einem durchaus erholsamen Tag gestern bauen wir heute unser Zelt schon um 9:00 Uhr ab und ziehen weiter Richtung Las Torres. Bei der neuen Albergue Los Cuernos treffe wir die Argentinier wieder und so laufen wir wieder den ganzen Tag zusammen Richtung Las Torres. Der Regen wird wieder stärker und soll auch die ganze Nacht nicht mehr aufhören. Ansonsten ist die Strecke heute relativ unspektakulär, wir sehen zu, daß wir unser Zelt aufbauen können und setzen uns dann mit Eduardo, Jorge, Ricado und Ariel in die Hosteria und genehmigen uns ein Bier, das wir uns nach Vollendung der Runde wohl auch gut verdient haben. Den ganzen nächsten Tag regnet es weiter und so verschieben wir unseren Aufstieg zu den "Torres". Stattdessen sitzen wir in der Hosteria und spielen Halma, zu zweit oder dritt, stundenlang. Hauke flickt noch einen Platten an seinem Rad, damit wir übermorgen gut wieder loskommen. Und wir hoffen auf besseres Wetter.

geht es bergauf mit immer wieder schönen Blicken, die letzte 3/4
Stunde
geht es dann durch Gletschergeröll steil bergauf. Dafür hat
Petrus
ein Einsehen und oben angekommen, bekommen wir immer wieder für
kurze
Zeit alle Spitzen zu sehen. Der Blick ist schon beeindruckend, und wir
haben wieder Glück gehabt und an der entscheidenden Stelle gute
Sicht
gehabt. Später treffen wir Leute, die die ganze Woche keinen
Gipfel
zu Gesicht bekommen haben, wobei das auch Pech sein muß. Das
Wetter
ist halt ziemlich wechselhaft hier. Nach einer halben Stunde geht es
wieder
bergab und am Refugio Chileno leisten wir uns erstmal einen Kaffee.
Danach
geht's weiter bis Las Torres und eine warmeDusche wartet auf uns. Diese
tolle Woche Wandern im Nationalpark lassen wir ausklingen mit einem
guten
Essen und danach mit einer Runde Bier und einem Halmaspiel in der
Hosteria
mit unseren argentinischen Freunden. Nun wartet wieder das Fahrrad auf
uns. Wir wissen noch nicht, ob wir weiter Richtung Feuerland fahren
sollen
oder mit dem Schiff nach Puerto Montt. Aber das wird sich in Puerto
Natales
herausstellen. Diese Woche Wandern hat jedenfalls Lust gemacht auf mehr
an anderer Stelle.

